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MENSCHENZUGEWANDT FÜHREN




In der letzten Zeit begegnete mir immer wieder das Phänomen „Burnout“. Ich habe festgestellt, dass, wenn in den Firmen alles genauso weiter läuft, wir bald viele Menschen auf den Straßen und in den Praxen haben werden, die sich wie Zombies fühlen und ebenso aussehen.Wie schade, denn Arbeit ist nur ein Teil unseres Lebens, insofern dürfte sie nicht so sehr auf Kosten der Gesundheit gehen. Die Praxis zeigt aber, dass es Usus ist, die eigenen Grenzen der Belastbarkeit – zugunsten der Firma – zu überschreiten. Mich erstaunt, dass das als unveränderliche Tatsache angenommen wird.Viele Menschen haben Angst vor Kündigung, deshalb sind sie telefonisch sieben Tage der Woche – auch in den Abendstunden – erreichbar und lassen sich oft von ihren Chefs behandeln, als ob sie Menschen zweiter Klasse wären.


Wie konnten sich unsere Grundwerte so sehr verändern?

Wenn eine Position mit absoluter Unterwürfigkeit, permanenter Verfügbarkeit und der Fähigkeit, Erniedrigungen zu erdulden, gekennzeichnet ist, zusätzlich mit der Erwartung, jederzeit Höchstleistungen zu erbringen und dabei auch noch froh sein, dabei sein zu dürfen, gepaart ist, mutiert der Mensch zur Maschine. Da helfen die mit amerikanischem Eifer mantraartig wiederholten Firmenslogans auch nicht. Heranschleichende seelische und körperliche Erkrankungen sind die Konsequenzen für die Missachtung unserer menschlichen Natur.


Nicht selten höre ich Menschen Mitte Dreißig, dass sie sich nicht trauen zu kündigen, da sie zu alt dafür wären, eine neue berufliche Aufgabe zu finden. Rein rechnerisch wollen sie die nächsten zwanzig, dreißig Jahre aus Angst in der Firma ausharren. Unter uns gesagt: wenn sie noch leben.


Wie krank ist dieses System bitte? Haben wir das wirklich nötig?

Für jedes Gesellschaftsspiel gehören mindestens zwei Personen.

Schöne Anregungen habe ich in einem Interview mit Sebastian Purps-Pardigol, Coach und Buchautor, gefunden: Zugehörigkeit und Verbundenheit, Vorgesetzte als Vorbilder auch in ihrer Fähigkeit als Mensch „Über sich Hinauszuwachsen“, Erleben von Sinnhaftigkeit, Vertrauen auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter und Achtsamkeit.

Die Erkenntnis: es braucht neue Führungskräfte, die bereit sind, konsequent an einem Kulturwandel vor allem an sich selbst zu arbeiten! Ich hoffe, dass diese Idee in der Zukunft auf ein breiteres Interesse stößt, damit Arbeit Freude macht und die Firmen Menschen würdig und respektvoll behandeln, so wie es allen als Geburtsrecht zusteht.

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